Warum schlafe ich so viel? Ursachen, die wirklich dahinterstecken (und was ich zuerst prüfe)
Es gibt diese Tage, da fühlt sich Schlaf nicht wie Erholung an, sondern wie ein klebriger Mantel, den man nicht loswird. Du stehst auf, bist irgendwie „da“, und trotzdem könnte dein Körper sofort wieder zurück ins Bett. Wenn du gerade warum schlafe ich so viel gegoogelt hast, suchst du ziemlich sicher nicht nach Floskeln, sondern nach einer Antwort, die dich ernst nimmt.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit Menschen, die mir das ganz ähnlich schildern: „Ich schlafe acht, neun, manchmal zehn Stunden – und trotzdem bin ich mittags fertig.“ Das ist frustrierend. Und es ist selten nur eine Sache. Manchmal ist es banal (Schlafrhythmus, Stress, Essen). Manchmal steckt etwas Körperliches dahinter, das man nicht wegatmen kann.
Bevor wir tiefer einsteigen: Mehr Schlaf ist nicht automatisch schlecht. Manche Menschen brauchen schlicht mehr als andere. Entscheidend ist, ob du dich funktional fühlst. Wenn du trotz langem Schlaf dauerhaft matschig bist, wenn du bei Meetings wegkippst oder beim Autofahren merkst, dass die Augen zufallen, dann wird die Frage warum schlafe ich so viel plötzlich sehr konkret.
Ich gehe das hier so an, wie ich es auch im echten Leben machen würde: erst die Basics, dann die typischen Alltagsfallen, dann die körperlichen und psychischen Themen – und am Ende ein pragmatischer Check, damit du weißt, was du mit dieser Müdigkeit überhaupt anfangen sollst.
1) Schlafdauer ist nur die Oberfläche: Erst die Qualität macht den Unterschied
Wenn mich jemand fragt warum schlafe ich so viel, frage ich fast immer zurück: „Wie fühlst du dich in den ersten 30 Minuten nach dem Aufwachen?“ Das klingt banal, aber es trennt zwei Welten. Wer lange schläft und sich dann gut fühlt, hat oft eher ein Rhythmus- oder Belastungsthema. Wer lange schläft und trotzdem wie gerädert ist, hat häufig ein Qualitätsproblem im Schlaf – oder etwas, das den Körper nachts beschäftigt.
Viele messen Schlaf ausschließlich in Stunden. Ich verstehe das, weil es greifbar ist. In der Praxis ist es aber oft die falsche Kennzahl. Acht Stunden können sich wie zwei anfühlen, wenn du ständig Mikro-Weckreaktionen hast. Du merkst die nicht immer bewusst. Dein Nervensystem merkt sie sehr wohl.
Schlafschuld: Der Körper „rechnet“ langsamer, aber er vergisst nicht
Ich habe Phasen, in denen ich unter der Woche zu kurz schlafe und mir einrede, das sei schon okay. Dann kommt ein freier Tag – und ich schlafe aus, als hätte jemand den Stecker gezogen. Das ist kein Charakterfehler, das ist Biologie. Schlafschuld kann sich über Wochen aufbauen, besonders wenn du unregelmäßig schläfst oder abends zu lange „wach bleibst“, obwohl du längst müde bist.
Ein häufiger Denkfehler: „Wenn ich am Wochenende lange schlafe, ist das doch gesund.“ Manchmal ja. Oft schiebst du damit aber nur deinen Rhythmus. Sonntag spät ins Bett, Montag früh raus – und schon fühlt sich die neue Woche an wie Jetlag. Viele landen dann wieder bei warum schlafe ich so viel, weil sie ständig hinterherlaufen.
Was ich mir deshalb immer anschaue: Wie stabil sind die Zeiten? Gibt es große Sprünge zwischen Werktag und Wochenende? Und wie sieht das Einschlafen aus – schnell und ruhig oder eher mit Grübeln, Scrollen, „noch eine Folge“?
Auch wichtig: Schlaf kann zu lang werden, wenn du zu viel Zeit im Bett verbringst. Klingt kontraintuitiv, passiert aber. Wer aus Angst vor Müdigkeit jeden Abend früher ins Bett geht, kann den Schlafdruck verwässern. Dann wird der Schlaf bröselig: mehr Wachphasen, mehr Unruhe, am Ende mehr Bettzeit und trotzdem weniger Erholung.
Mein Fazit aus der Praxis: Nicht nur fragen warum schlafe ich so viel, sondern auch: „Schlafe ich wirklich – oder liege ich lange im Bett, weil mein Schlaf nicht sauber durchläuft?“
2) Alltagsursachen: Kleine Energie-Lecks, die sich wie ein großes Problem anfühlen
Die ehrlichste Antwort auf warum schlafe ich so viel ist manchmal: weil dein Alltag dich dauerhaft leer saugt, ohne dass es spektakulär aussieht. Nicht jeder Stress schreit. Manche Belastungen sind leise: ständig erreichbar, immer ein bisschen zu wenig Pause, zu wenig Tageslicht, zu wenig Bewegung. Und dann wundert man sich, dass der Körper „mehr Schlaf“ fordert.
Ganz vorne steht für mich: Unregelmäßigkeit. Wenn du mal um 22 Uhr, mal um 1 Uhr ins Bett gehst, dann ist dein System permanent am Nachjustieren. Das spürst du nicht immer als „schlechten Schlaf“, sondern als diffuse Müdigkeit tagsüber. Viele interpretieren das dann als: Ich brauche einfach mehr Schlaf. Manchmal stimmt es – oft brauchst du aber mehr Konstanz.
Ernährung ist der zweite große Block. Ich sehe häufig, dass Menschen morgens kaum essen, mittags schnell irgendwas, nachmittags Kaffee, abends groß. Das kann funktionieren, muss aber nicht. Wenn du tagsüber regelmäßig einen Energieeinbruch hast, ist es nicht automatisch ein Schlafproblem. Es kann ein Blutzucker- und Stresshormon-Thema sein. Und dann wird aus einer normalen Müdigkeit schnell die Frage warum schlafe ich so viel.

Koffein, Alkohol, „nur schnell am Handy“: die unterschätzte Dreierkombi
Ich mag Kaffee. Wirklich. Aber Koffein ist kein neutraler Stoff. Es kann Schlafdruck verzögern, Tiefschlaf verschieben und die Nacht leichter machen. Das Gemeine: Du merkst es oft nicht sofort. Du schläfst vielleicht ein – aber du schläfst flacher. Ergebnis: Du schläfst länger, um auf dieselbe Erholung zu kommen.
Alkohol ist ähnlich tückisch. Er kann schläfrig machen, ja. Gleichzeitig kann er die Schlafstruktur stören, gerade in der zweiten Nachthälfte. Viele wachen dann früher auf, schwitzen, träumen intensiv oder sind unruhig. Am nächsten Tag fühlt sich der Körper an, als hätte er gearbeitet. Und wieder landet man bei warum schlafe ich so viel.
Und dann das Handy: Ich moralisiere das nicht. Ich erwische mich selbst dabei. Aber wenn dein Kopf abends noch Input frisst, bleibt das Nervensystem länger im „An“-Modus. Manche nennen das „ich kann nicht runterfahren“. Das ist kein fehlender Wille, das ist ein erlerntes Muster. Wer das ein paar Wochen macht, wundert sich irgendwann, dass er morgens kaum aus dem Bett kommt.
Ein realistischer Zwischenweg, den ich oft empfehle: nicht alles perfekt machen, sondern eine Stellschraube wählen. Zum Beispiel: Koffein nach 14 Uhr reduzieren oder 30 Minuten vor dem Schlafen das Handy weg. Eine Änderung, die du wirklich durchziehst. Das bringt oft mehr als zehn „Tipps“, die nach drei Tagen wieder verschwinden.
3) Körperliche Ursachen: Wenn dein Körper nachts nicht richtig regeneriert
Wenn die Frage warum schlafe ich so viel gekoppelt ist an „und ich fühle mich trotzdem ständig müde“, dann schaue ich spätestens auf mögliche körperliche Ursachen. Nicht im Sinne von Panik, sondern im Sinne von: Wir schließen Sinnvolles aus, statt im Nebel zu stochern.
Eisenmangel ist ein häufiger Kandidat – vor allem, weil er lange unauffällig sein kann. Manche merken es an Konzentration, manche an Antrieb, manche nur daran, dass alles „zäh“ wird. Ähnlich können Vitamin-B12-Mangel oder andere Nährstoffthemen reinspielen. Ich sage bewusst „reinspielen“, weil ein Laborwert selten allein erklärt, warum jemand plötzlich extrem müde ist. Aber er kann ein Teil des Bildes sein.
Auch die Schilddrüse gehört auf die Liste. Bei einer Unterfunktion berichten viele von Müdigkeit, Kältegefühl, verlangsamtem „inneren Tempo“. Das ist nicht die Art von Müdigkeit, die man mit einem starken Kaffee oder mehr Disziplin löst. Und genau da ist es hilfreich, wenn du beim Arztbesuch nicht nur sagst „ich bin müde“, sondern konkret: „Ich frage mich warum schlafe ich so viel und es ist neu / es wird schlimmer / es beeinträchtigt mich im Alltag.“
Schlafapnoe & Atemprobleme: Wenn die Nacht heimlich Arbeit ist
Ein Thema, das in Deutschland noch immer unterschätzt wird: Schlafapnoe. Viele denken dabei an „ältere, übergewichtige Männer“. Das Bild ist zu eng. Es kann auch andere treffen. Warnzeichen sind starkes Schnarchen, Atemaussetzer (oft vom Partner bemerkt), morgendliche Kopfschmerzen, trockener Mund, häufiges Wasserlassen nachts und extreme Tagesmüdigkeit.
Das Problem: Du kannst dabei acht oder neun Stunden im Bett sein – aber der Schlaf wird immer wieder gestört, weil der Körper kurz „alarmiert“, um wieder Luft zu bekommen. Dann fühlt sich Schlaf an wie ein schlechter Deal: viel Zeit investiert, wenig Ertrag. Da kommt dann diese zermürbende Schleife: warum schlafe ich so viel, aber es bringt nichts.
Es gibt weitere körperliche Baustellen, die man nicht vergessen sollte: Restless-Legs-Syndrom (unruhige Beine), chronische Entzündungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Nachwirkungen von Infekten. Manchmal ist es auch schlicht eine Phase, in der der Körper regeneriert – nach Krankheit, nach OP, nach einer stressigen Lebensphase. Das ist nicht „eingebildet“, das ist Biologie.
Mein pragmatischer Ansatz: Wenn es seit Wochen deutlich anders ist als sonst, wenn du funktional abbaust oder du Sekundenschlaf hast, dann lohnt sich eine Abklärung. Viele Hausärzte machen erst einmal Basisdiagnostik. Und wenn der Verdacht Richtung Schlafapnoe geht, ist ein Schlaflabor (oder je nach Fall ein ambulantes Screening) wirklich hilfreich.
4) Psyche, Stress, Erschöpfung: Wenn Schlaf zum Rückzugsort wird
Über Müdigkeit zu sprechen, ohne über Psyche zu sprechen, ist oft unvollständig. Und ich meine das nicht als „das ist bestimmt psychisch“. Ich meine: Körper und Kopf hängen zusammen, ob wir wollen oder nicht. Deshalb taucht die Frage warum schlafe ich so viel auch bei Stress, Angst und depressiven Verstimmungen auf – manchmal sogar als Hauptsymptom.
Bei Dauerstress sehe ich oft dieses Muster: tagsüber funktionieren, abends zusammenfallen. Einschlafen klappt vielleicht, aber der Schlaf ist unruhig. Manche wachen früh auf und sind sofort im Gedankenkarussell. Andere schlafen lange, weil der Körper jede freie Minute nutzt, um irgendwie zu reparieren. Beides kann passieren, manchmal sogar im Wechsel.
Bei depressiven Verstimmungen gibt es Menschen, die zu wenig schlafen – und Menschen, die zu viel schlafen. Übermäßiger Schlaf kann auch eine Art „Flucht“ sein: Im Schlaf muss man nichts entscheiden, nichts fühlen, nichts bewerten. Das klingt hart, ist aber für manche eine sehr echte Erfahrung. Wenn du dich darin wiedererkennst, bitte nicht mit Scham reagieren. Das ist ein Signal, dass du Unterstützung verdienen würdest, nicht eine härtere Selbstansprache.
Ein typischer Fehler: Müdigkeit nur mit mehr Schlaf „behandeln“
Ich sehe häufig, dass Leute bei Müdigkeit nur eine Strategie haben: früher ins Bett. Das ist manchmal sinnvoll. Manchmal ist es aber wie Wasser in ein Sieb, wenn der Tag selbst das Problem ist. Wenn du tagsüber kaum Tageslicht siehst, dich wenig bewegst, ständig unter Druck stehst oder sozial isoliert bist, dann kann Schlaf zur einzigen Pause werden. Und dann wird er automatisch „mehr“.
Ein unterschätzter Faktor ist auch Unterforderung. Ja, wirklich. Monotonie, fehlender Sinn, zu wenig Aktivierung – das kann müde machen, obwohl du körperlich kaum etwas tust. Dann fühlt sich Müdigkeit wie ein grauer Nebel an. Man schläft länger, weil der Tag nicht richtig „anzündet“.
Was ich hier fair finde: Nicht alles lässt sich sofort ändern. Stress verschwindet nicht, weil man ihn erkannt hat. Aber du kannst ihn messbar beeinflussen. Ein kurzer Spaziergang am Morgen (Tageslicht!), eine feste Aufstehzeit, weniger Grübeln am Abend, eine klare Grenze bei Erreichbarkeit – das sind keine magischen Lösungen, aber oft der Anfang. Und manchmal ist der nächste Schritt schlicht ein Gespräch mit einem Profi, weil du nicht alles alleine tragen musst.
Wenn du also denkst warum schlafe ich so viel, schau auch ehrlich: Ist Schlaf gerade Erholung – oder ist er mein Rückzug, weil der Rest zu viel ist?
5) Konkreter Check: Was ich notiere, bevor ich (wieder) im Kreis laufe
Wenn du dir zusätzlich einen schnellen Rahmen geben willst, wann Schlaf für dich realistisch „passt“, kannst du einmal mit einem schlafrechner arbeiten. Nicht als absolute Wahrheit, eher als Startpunkt: Du siehst grob, welche Schlafzeiten sinnvoll sein könnten – und kannst dann im 7-Tage-Protokoll prüfen, ob dein Körper das bestätigt oder dir etwas ganz anderes signalisiert.
Wenn ich merke, dass ich mich im Kopf festfahre und immer wieder bei warum schlafe ich so viel lande, mache ich etwas sehr Unschickes: Ich schreibe eine Woche lang mit. Nicht in einer perfekten App, nicht als Selbstoptimierungsprojekt, eher wie ein kleines Protokoll. Das nimmt Emotion raus und bringt Muster rein.
Warum eine Woche? Weil ein einzelner schlechter Tag nichts beweist. Und weil man sich sonst gerne an das „schlimmste Gefühl“ erinnert und daraus eine Dauerwahrheit macht. Nach sieben Tagen hat man meistens ein klareres Bild: Ist es der Rhythmus? Sind es bestimmte Abende? Ist es Kaffee? Ist es Stress? Oder ist es wirklich „egal was ich mache“?

Mein 7-Tage-Protokoll (simpel, aber ehrlich)
Das hier ist die Liste, die ich nutze – und die bei einem Arztbesuch (Hausarzt, Internist, ggf. Schlafmedizin) oft Gold wert ist, weil du nicht nur „müde“ sagst, sondern konkret wirst:
- Schlafzeiten: ins Bett, Aufstehen, Nickerchen (Dauer + Uhrzeit)
- Schlafqualität: Einschlafdauer, nächtliches Aufwachen, Albträume, Schwitzen
- Tagesmüdigkeit: wann kommt der Einbruch, wie stark, Sekundenschlaf ja/nein
- Koffein/Alkohol: Menge + Uhrzeit (wirklich ehrlich)
- Bewegung & Licht: war ich draußen, vor allem morgens?
- Stress & Stimmung: grobe Skala reicht, plus auffällige Ereignisse
- Körperzeichen: Schnarchen, Kopfschmerz morgens, trockener Mund, Herzklopfen
Dann stelle ich mir drei einfache Fragen: 1) Ist das neu oder schon lange so? 2) Beeinträchtigt es meine Sicherheit (Auto, Arbeit, Alltag)? 3) Gibt es klare Auslöser oder ist es komplett unabhängig von allem?
Wenn es neu ist, wenn es sicherheitsrelevant wird oder wenn du trotz guter Schlafhygiene dauerhaft wegknickst, dann würde ich nicht monatelang „testen“. Dann ist ein Arztgespräch sinnvoll. In Deutschland ist der erste Schritt oft der Hausarzt, der Grundlagen checkt und bei Verdacht weiterleitet. Und ja, ich weiß: Termine sind manchmal mühsam. Trotzdem – diese Müdigkeit kostet im Alltag oft mehr als der Aufwand, sie abklären zu lassen.
Eine letzte, ganz menschliche Bemerkung: Es ist erstaunlich, wie oft Leute sich für Müdigkeit schämen, als wäre sie Faulheit. Ich halte das für einen schlechten Deal. Wenn du dich fragst warum schlafe ich so viel, dann ist das kein „zu empfindlich sein“, sondern ein sinnvoller Versuch, deinen Körper zu verstehen.
